Teltow. Eine angespannte Stimmung im Team, sinkende Motivation oder nur noch „Dienst nach Vorschrift“ – Konflikte am Arbeitsplatz zeigen sich nicht immer sofort. Häufig beginnen sie leise und bleiben zunächst unausgesprochen. Wie Führungskräfte solche Entwicklungen frühzeitig erkennen und gegensteuern können, darum ging es beim Tagesworkshop „Konflikte klären, bevor sie Arbeitskräfte kosten“ im TGZ PM in Teltow.
Die Veranstaltung war Teil der Seminarreihe „Arbeitskräfte gewinnen, sichern und halten“. Referentin Anna-Katharina Börke vermittelte als Expertin für resiliente Führung, Konfliktlösung und Teamentwicklung praxisnahe Methoden und Erfahrungen aus Führungs- und Veränderungssituationen. Organisiert wurde der Workshop vom Team Schule & Wirtschaftsforum PM der TGZ PM GmbH im Auftrag und mit Mitteln der Wirtschaftsförderung des Landkreises Potsdam-Mittelmark. Die Seminarreihe richtet sich an Unternehmen und Führungskräfte aus der Region und greift Themen wie Fachkräftesicherung, Mitarbeiterbindung und moderne Führung auf.
„Konflikte gehören zum Führungsalltag. Entscheidend ist, dass Führungskräfte die Signale frühzeitig erkennen und wissen, wie sie damit umgehen können“, sagt Caroline Stallbaum vom Schule & Wirtschaftsforum PM der TGZ PM GmbH. „Mit unseren Seminaren möchten wir Unternehmen konkrete und praxisnahe Unterstützung geben, die sich direkt im Arbeitsalltag anwenden lässt.“
Auch Linda Schröder betont die Bedeutung einer guten Unternehmenskultur für die Fachkräftesicherung: „Mitarbeiterbindung beginnt nicht erst bei Gehalt oder Benefits. Wertschätzung, Vertrauen, ehrliche Kommunikation und ein gutes Miteinander sind wichtige Faktoren dafür, dass Menschen langfristig gerne in einem Unternehmen arbeiten.“ Deshalb sei es wichtig, auch schwierige Themen wie Konflikte offen anzusprechen und Führungskräfte dafür zu sensibilisieren.
Für die Teilnehmenden stand eine zentrale Frage im Raum: Wann muss eine Führungskraft in einen Konflikt eingreifen – und wann ist es besser, zunächst zu beobachten? Gerade bei unterschwelligen Auseinandersetzungen ist die richtige Balance entscheidend. Ein Gefühl von Ungerechtigkeit kann sich lange aufbauen, bevor es offen ausgesprochen wird. Auch unausgesprochene Konflikte können die Zusammenarbeit belasten.
Dabei wurde deutlich: Konflikte sind nicht grundsätzlich negativ. Unterschiedliche Meinungen gehören zu Teams und können Entwicklung fördern. Problematisch wird es, wenn Meinungsverschiedenheiten nicht mehr offen angesprochen werden oder sich Fronten bilden.
Die Folgen ungelöster Konflikte können erheblich sein: Die Motivation sinkt, Mitarbeitende ziehen sich zurück, die Atmosphäre wird angespannter. Aus Engagement kann „Dienst nach Vorschrift“ werden. Hinzu kommen Fehlzeiten und im schlimmsten Fall Kündigungen. Genau hier setzt das Seminar an: Konflikte frühzeitig wahrnehmen, ansprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen.
Doch wie lässt sich vorbeugen? Ein wichtiger Schlüssel liegt im Führungsalltag: Teams aufmerksam beobachten, bei Veränderungen das Gespräch suchen und eine Atmosphäre schaffen, in der Probleme offen angesprochen werden können. Regelmäßige Teamsitzungen und gemeinsam entwickelte Teamregeln geben Orientierung und schaffen Raum für Austausch.
Manchmal kann bereits eine einfache Frage viel bewirken: „Wie geht es dir?“ Voraussetzung ist, dass sie ernst gemeint ist und echtes Interesse dahintersteht.
Was Mitarbeitende von einer guten Führungskultur erwarten, wurde ebenfalls thematisiert: Wertschätzung, ehrliches Feedback, Offenheit, Verlässlichkeit und gemeinsame Werte. Dazu gehört auch eine offene Fehlerkultur. Wer Fehler ansprechen darf, ohne sofort Schuldzuweisungen befürchten zu müssen, schafft bessere Voraussetzungen dafür, Probleme frühzeitig sichtbar zu machen.
Der Workshop setzte nicht nur auf theoretische Impulse. Die Teilnehmenden arbeiteten mit praktischen Übungen, Fallbeispielen und Reflexionsphasen und tauschten sich über eigene Erfahrungen aus. Ziel war es, konkrete Werkzeuge und Formulierungsstrategien für schwierige Gespräche in den Arbeitsalltag mitzunehmen.
Das Fazit des Seminartages: Gute Konfliktarbeit beginnt nicht erst bei der Eskalation, sondern mit Aufmerksamkeit, Kommunikation und Vertrauen. Wer Spannungen frühzeitig wahrnimmt und schwierige Themen anspricht, kann Konflikte entschärfen, die Zusammenarbeit stärken und Mitarbeitende langfristig im Unternehmen halten.
Mit der Seminarreihe unterstützt das Team Schule & Wirtschaftsforum PM Unternehmen im Landkreis dabei, den Herausforderungen des Arbeitsmarktes zu begegnen und ihre Führungskultur weiterzuentwickeln.

